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Typ-2-Diabetes

Hand aufs Herz:Typ-2-Diabetiker stirbt nicht an Zucker, sondern häufig an Gefäßerkrankungen. Ist Ihnen bewusst, wie viel Lebenszeit Typ-2-Diabetiker, die gleichzeitig eine assoziierte Gefäßerkrankung haben, im Durchschnitt verlieren? Zwölf Jahre.

 

Fast die Hälfte aller Patienten mit Typ-2-Diabetes in Deutschland ist von einer Gefäßerkrankung betroffen. Weltweit stirbt jeder zweite Typ-2-Diabetiker an einer assoziierten Gefäßerkrankung – und nicht an Diabetes selbst. Liegt eine solche Erkrankung vor, verliert er durchschnittlich zwölf Jahre seines Lebens im Vergleich zu Stoffwechselgesunden. Das bedeutet eine große Einbuße an Lebenszeit und Lebensqualität. Daher sollte Typ-2-Diabetes bei der Diagnose und Therapie immer auch kardiovaskulär betrachtet werden, denn die Gefahr geht von der Kombination mit Gefäßerkrankungen aus.

Mikrobiom-Signatur für Darmkrebs entdeckt

Deutsche Forscher haben eine wichtige Verbindung zwischen Ernährung, Mikrobiom und Darmkrebs aufgedeckt. Weitere Studien müssen zeigen, ob vielleicht schon bald mit einem simplen Test ein hohes Darmkrebsrisiko zu erkennen und die Erkrankung somit vielleicht zu verhindern ist.

 

Für die Analyse haben die Forscher die Proben von insgesamt 768 Studienteilnehmern aus Europa, China, Japan und den USA ausgewertet. Dabei hatten rund die Hälfte der Teilnehmer Darmkrebs und man konnte so das Mikrobiom beider Gruppen genau vergleichen.

Anhand der genetischen Sequenzen suchten sie nach Keimen, die gehäuft bei Darmkranken, selten aber bei Darmgesunden zu finden sind. Bekannte Begleitfaktoren der Teilnehmer, wie Alter, Geschlecht, BMI, Tabakkonsum und Ernährung wurden dabei berücksichtigt. Es wurden 29 Bakteriengattungen gefunden, deren Vorkommen sich bei Gesunden und Erkrankten deutlich unterscheiden.

 

Forscher um Dr. Georg Zeller in Heidelberg ist es gelungen, anhand der Bakterienzusammensetzung im Darm auf das Vorliegen einer Darmkrebserkrankung zu schließen. Einige, der bei Darmkrebs häufig gefundenen Bakterien scheinen die Tumorentstehung zu begünstigen und stehen zugleich im Zusammenhang mit einer fett- und fleischreichen Ernährung.

 

Nach diesen Daten könnte also eine ungesunde Ernährung mit viel Fleisch und Fett und wenig Ballaststoffen die Mikrobiomzusammensetzung beeinflussen und dabei ein Darmmilieu schaffen, welches das Wachstum von Tumoren begünstigt. Ein Test, der solche Veränderungen aufdeckt, wäre vielleicht in der Lage, gefährdete Personen früh aufzuspüren.

 

Quelle: ÄrzteZeitung, Medizin, 24./25. Mai 2019, Nr. 57.98D

STIKO-Empfehlung für Impfung gegen Gürtelrose

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt für alle Patienten ab 60 Jahren die Herpes Zoster-Impfung mit dem neuen Totimpfstoff Shingrix®. Patienten mit chronischer Grunderkrankung oder Immunschwäche sollten sich ab dem 50. Lebensjahr impfen lassen.

Der neue Impfstoff erzielte in Studien eine Wirksamkeit von 97%. Bei den über 70-jährigen lag die Schutzwirkung bei etwa 91%.

Die Impfung kann zusammen mit einer Impfung gegen Pneumokokken und Influenza erfolgen. Außerdem sei sie auch für Patienten geeignet, die bereits einen Zoster hatten, jedoch erst mit einem gewissen Abstand nach Abklingen der Krankheitszeichen.

Der Impfsschutz bestehe nach derzeitigem Wissensstand mindestens neun Jahre, vermutlich lebenslang.

Geimpft werden zwei Dosen in Abstand von zwei Monaten. Lokalreaktionen wie Schmerzen, Rötung und Schwellung können auftreten.

 

Derzeit ist der Impfstoff nicht verfügbar, ist jedoch vorbestellt. Frühestens ab Juli 2019 können wir Sie in unserer Praxis impfen.

 

Quelle: Medizin Report aktuell, Schmerzmedizin 2019

WHO legt Leitlinie zu Demenz-Prävention vor

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat zum ersten Mal eine Leitlinie zur Prävention von Demenz-Erkrankung veröffentlicht und dabei auf einen Zusammenhang von Übergewicht, Diabetes und Bluthochdruck hingewiesen.

„Ein körperlich aktiver Lebensstil ist verbunden mit der Gesundheit des Gehirns“, heißt es. Weiterhin spricht sich die WHO für eine gesunde und ausgewogene Ernährung aus sowie den Verzicht auf Tabakkonsum.

Es solle nicht für Nahrungsergänzungsmittel als Demenz-Schutz geworben werden, sondern für kognitives Training älterer Erwachsener und Maßnahmen gegen Übergewicht in mittlerem Alter und übermäßigem Alkoholkonsum.

 

Quelle: Der Hausarzt 11/2019

140/90 mmHg

In Europa bleibt es dabei: Von einem Bluthochdruck wird erst ab einem Wert über 140/90 mmHg gesprochen. So steht es in den neuen Leitlinien der European Society of Hypertension. Erst dann sollte mit einer medikamentösen Behandlung begonnen werden.

 

Zur Erinnerung: In den amerikanischen Leitlinien war der Grenzwert im vergangenen Jahr auf 130/80 mmHG abgesenkt worden. Für eine solche Empfehlung sah die europäische Leitlinienkommission allerdings keine Evidenz.

Quelle: ESH-Kongress

Sotagliflozin in EU zugelassen

Der Wirkstoff Sotagliflozin wurde (nach dem Wirkstoff Dapaglifozin) zur zusätzlichen Terapie des Typ-1-Diabetes bei Erwachsenen zugelassen, die trotz optimaler Insulintherapie keine adäquate Blutzuckereinstellung erreichen. Diese Wirkstoffe gehören zur Gruppe der SGLT-2 Hemmer, die eine vermehrte Ausscheidung von Zucker über die Niere bewirken.

Für adipöse oder übergewichtige Menschen mit Typ-1-Diabetes, ist Sotagliflozin eine neue Behandlungsoption, die in Kombination mit einer Insulintherapie möglicherweise in Betracht gezogen werden kann.

Ein klinisches Studienprogramm zeigt, dass unter Sotagliflozin eine deutliche konsistente Verminderung von Körpereigengewicht und systolischem Blutdruck zu beobachten sind, sowie eine Verbesserung des Blutzuckerspiegels. Außerdem ist eine signifikante Verbesserung der Zeit im Blutzuckerzielbereich im Vergleich zu Insulin alleine nachweisbar.

 

Quelle: Diabetes-Forum 5/2019